
Von Fitzgerald Kusz in der Bearbeitung von Wolfgang Kaus
Der Grundidee von Hugo von Hofmannsthal folgend, dessen "Jedermann" das Spiel vom Sterben des reichen Mannes - uraufgeführt 1911 durch Max Reinhardt in Berlin und seit 1920 alljährlich vor dem Salzburger Dom während der Festspiele aufgeführt - erzählt Kusz das alte Mysterienspiel über die Vergänglichkeit des Menschen und seines Wohlstandes, vom Sinn des Lebens und der Unausweichlichkeit des Todes.
Der Herrgott regt sich auf, dass die Menschen immer oberflächlicher werden, dem Gelde und den irdischen Genüssen sich hingebend und den Sinn seiner Schöpfung immer mehr missachtend.
Er gibt dem Tod den Auftrag, den 40-jährigen Jedermann zu holen, um an ihm ein Beispiel zu zeigen. Jedermann - reich, erfolgreich, hart zu den anderen, sich selbst hingegen alles gönnend. Dieser will aber nicht verstehen, dass für ihn das Ende bereits da sein soll. Als alles Weigern nichts nützt, erbittet er eine Stunde Aufschub und in dieser Zeit versucht er bei seinen Freunden jemanden zu finden, der ihm auf diesem Weg begleitet. Auf die Ratschläge der Mutter hat er nie gehört. Seine Freundin, der er alles irdische Glück zu Füßen legen will, will die Wahrheit nicht glauben, sein Freund will alles mit ihm teilen, nur diesen letzten Gang nicht, die Verwandtschaft verweigert sich ihm und das letzte, was ihm bleibt, ist sein Reichtum. All das, was er sich in seinem erfolgreichen Geschäftsleben erwirtschaftet hat, "immer mehr, immer mehr", war seine Devise, aber auch nichts davon kann er auf seinem letzten Gang mitnehmen. Einzig sein "Gewissen" und der "Glaube" bleiben ihm noch und um die hat er sich während seines irdischen Lebens nie gekümmert. Und diese beiden allegorischen Figuren sind es, die ihm den Weg zeigen, mit sich, seinem Leben und seinem Schöpfer ins Reine zu kommen.
Der sich am wenigstens darüber freut ist der "Teufel", der bis zum Schluss glaubt, dass er sich der "Seele" des Jedermanns sicher wäre.
Kusz hat sich sprachlich der heutigen Zeit angenähert, es bleibt das große Thema vom Leben und vom Sterben. Wolfgang Kaus hat Kusz' fränkische Sprachform in die hessische Mentalität übertragen und inszeniert das Spiel. Gerade in der Bankenstadt Frankfurt ergeben sich durch die immer noch währende Krise Parallelen, die uns das Stück näher bringen. Der Dialekt macht das Stück erst lebendig.
Ralf Bauer spielt den „Jedermann“, genau im richtigen Alter, ein Investmentbanker könnte es ebenso sein, wie ein Immobilienhai. Helmut Markwort, der Chefredakteur des „ Focus“, spielt den Tod. Der gebürtige Darmstädter wird mit seinem Charakter dem Tod menschlichere Züge verleihen. Anette Krämer spielt die Mutter und den „Glauben“, Steffen Wilhelm den Freund und den Teufel, Alexandra Seefisch, die zuletzt in Darmstadt die „Evita“ gesungen und gespielt hat, gibt die Buhle, Walter Flamme leiht dem Herrgott seine Stimme, was er ja bereits im „Don Camillo“ getan hat. Wolff von Lindenau wird den Mammon spielen, Axel Küffe den „Dicken Vetter“ und Detlev Nyga den „Dünnen Vetter“. Sylvia Tietz, Sabine Roller und Thomas Koob werden das Ensemble vervollständigen. Wolfgang Kaus führt in dem von ihm bearbeiteten Stück Regie.
Die öffentliche Generalprobe ist am Freitag, 16.Juli 2010 im Historischen Garten vor dem Frankfurter Dom. Spielbeginn: 20.15 Uhr.
Premiere ist am Samstag, 17. Juli 2010 im Historischen Garten vor dem Frankfurter Dom. Spielbeginn: 20.15 Uhr.
Karten für die Aufführungen, die alle im Historischen Garten vor dem Frankfurter Dom statt finden, gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Theater im Großen Hirschgraben 21 (telefonische Reservierung unter 069/288598) oder in unserem Webshop (siehe unten).
Wir spielen bei jedem Wetter!
FOCUS-Chefredakteur Helmut Markwort hat im „Hessischen Jedermann“ in Frankfurt einen überzeugenden Auftritt als Schauspieler hingelegt. Harald Schmidt zeigte sich begeistert. Weiter lesen
Weitere Rezensionen finden Sie hier.
| Freitag | 16.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Samstag | 17.07.2010 | - PREMIERE - (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Sonntag | 18.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Montag | 19.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Dienstag | 20.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Mittwoch | 21.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Donnerstag | 22.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Freitag | 23.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Samstag | 24.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Sonntag | 25.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Montag | 26.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Dienstag | 27.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
| Mittwoch | 28.07.2010 | (ausverkauft) | 20:15 Uhr |
Die Aufführungen im Archäologischen Garten sind Sondervorstellungen. Somit können weder Ermäßigungen gewährt noch Gutscheine eingelöst werden.
Preise: 30 Euro und 35 Euro (Generalprobe einheitlich 20 Euro).
Bitte beachten Sie: Das Parkhaus "Römer" ist während unserer Gastspiele wegen eines technischen Defekts leider geschlossen.
Der Archäologische Garten liegt auf dem Domhügel zwischen Dom, der Schirn Kunsthalle Frankfurt und Technischem Rathaus. Letztmalig können wir auf dem anschließend neu bebauten Areal spielen.
Wir gastieren auf der Burg Königstein am 31. Juli, 1. und 2. August 2010.
Eintrittskarten für unsere Königsteiner Vorstellungen sind über reservix.de erhältlich. Bei reservix.de kann auch ein Sitzplan eingesehen werden.
Bitte beachten Sie: Die Karten für 31. Juli und 1. August sind bereits ausverkauft. Karten für den 2. August sind ab 27. Juli (vorherige Anfragen zwecklos) buchbar.
Die Vorstellungskasse auf der Königsteiner Burg öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Tickets für die Vorstellungen (30 Euro und 35 Euro, Generalprobe einheitlich 20 Euro) können Sie in unserem Volkstheater-Webshop buchen. Dort finden Sie auch genaue Preisinformationen.
Karten gibt es natürlich auch bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Theater im Großen Hirschgraben 21 (telefonische Reservierung unter 069/288598).
Der Vorverkauf hat begonnen.
Hier geht es zum Volkstheater-Webshop